Geschrieben im Oktober 2017

Man lernt im Hundekurs Dinge, mit denen man nicht so viel anfangen kann. Und man lernt Befehle, die kommen einem wie gerufen. Am „gerufensten“ kam uns der Befehl „Yalla!“ Wir haben den so genannt, andere riefen „Tabu!“ oder „Seinlassen!“. Uns passte eben Yalla am besten, weil es „Los!“ oder „Los geht´s!“ heisst. Und weil es uns am besten von der Zunge kam.

Den Befehl nutzt man, wenn man spürt, dass der Hund gerade im Begriff ist, etwas Blödes zu tun. Am netten Spaziergänger hochzuspringen – der dann nicht mehr so nett reagiert. Oder wenn er vor dem Schuhregal steht und sich zu überlegen scheint: „Welches Paar schleppe ich dieses Mal weg?“ Yalla heisst: Was immer Du im Kopf hast, lass es sein.

Der Befehl ist grossartig, denn er funktioniert. Vor allem dann, wenn man den Erfolg immer mal wieder mit Leckerli belohnt. Erst belohnt man nur, dass der Hund den Kopf wegdreht von dem, was er nicht soll, dann belohnt man, wenn er freiwillig an dem vorbeigeht, was er nicht soll. Und so fort. Und irgendwann weiss er, was „Yalla!“ bedeutet. Dann springt er wirklich nicht mehr an Spaziergängern hoch. Dann lässt er wirklich den anderen Hundebesitzer und vor allem dessen Hund in Ruhe (daran arbeiten wir noch). Dann verlässt er das Schuhregal tatsächlich ohne Schuh im Maul. Und dann liegt er nicht auf dem Sofa.

Wenn er allerdings den Schuh schon davonträgt, gerade schon hochspringt oder sonst schon macht, was er nicht soll, dann ist es nicht ein „Yalla“, das ihn abhalten soll. Sondern das gute, alte „Pfui!“ Das haben wir ihm gar nicht beibringen müssen. Das hat der Züchter schon getan. Wir werden ihm auch dafür ewig dankbar sein.

Für alle Nicht-Hundebesitzer: Oh ja, man weiss sehr wohl, wann der Kumpel wieder Blödsinn im Kopf hat. Oft lange, lange bevor er ihn wirklich macht, den Blödsinn… Aber man kann ihn trotzdem nicht immer davon abhalten. So gern man es möchte.